ver.di-Online-Handlungshilfe
zur Gefährdungsbeurteilung

Neues in der Handlungshilfe

„Aktuelles“ wird durch einen Info-Kasten auf der Start-Seite angekündigt, zusammen mit einem Link an die entsprechende Stelle in der Online-Handlungshilfe.

Solche News können beispielsweise sein:

  • Neue Materialien, Tools, Gerichtsurteile zur Gefährdungsbeurteilung sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Größere Änderungen/Überarbeitungen von Teilen der Online-Handlungshilfe selbst

Nach einiger Zeit werden die Info-Kästen von der Startseite genommen. Zu finden sind sie weiterhin über den Button „Bisherige News“:

Bisherige News »


Gefährdungsbeurteilung bei Arbeiten mit Menschen – Interaktionsarbeit humanisieren

Charakteristisch für Dienstleistungsarbeit ist das Arbeiten mit Menschen, genauer ‚mit-an-für‘: PatientInnen, KundInnen, BürgerInnen, KlientInnen, Lernende etc.: Diese Aufzählung wäre noch fortzuführen, eine Kurzformel dafür gibt es nicht. Aber einen Fachbegriff: „Interaktionsarbeit“, denn all diese Arbeitstätigkeiten gehen mit Handlungen zwischen Menschen einher. ver.di hat ein besonderes Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen in den Dienstleistungsbranchen. Zentrales Ziel ist es, die Interaktionsarbeit gut und gesund zu gestalten, gemeinsam mit den Beschäftigten.

Praxis-Anregungen dafür liefert unter anderem die Veranstaltungsreihe „Arbeiten mit Menschen – Interaktionsarbeit humanisieren“, die am 15. September 2017 fortgeführt wird. Die Dokumentation der Veranstaltung 2016 findet sich hier.

Die Online-Handlungshilfe will diese wichtige Zielsetzung durch Beiträge zur praktischen Umsetzung bei der Gefährdungsbeurteilung begleiten und unterstützen (Interaktionsarbeit).

Dienstleistungsarbeit ist Interaktionsarbeit – Konkretisierung der Gefährdungsbeurteilung psychisch wirkender Belastungen“ gibt einen Überblick über die spezifischen Anforderungen (Gefährdungsfaktoren) bei Interaktionsarbeit, vergleicht bestehende Fragekataloge/Checklisten zur Erfassung damit und zieht Schlussfolgerungen für die Praxis der Gefährdungsbeurteilung.


Arbeitsschutz-Standard Beteiligung

Ohne Beteiligung der Beschäftigten funktioniert Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht. Betriebs- und Personalräte können bei Verhandlungen über die Ausgestaltung des Prozesses der Gefährdungsbeurteilung auf umfangreiche Argumente für die Beteiligung der Beschäftigten zurückgreifen. Denn die Beteiligung der Beschäftigten ist ein Standard im Arbeitsschutz. Zugleich liefert die Zusammenstellung zentral wichtiger Stellen aus Standardwerken wertvolle Hinweise, worauf bei der Ausgestaltung zu achten ist: Akteure im Arbeitsschutz


Neue Filme für den Einsatz im Betrieb: Vampire und Superhelden mit psychischen Fehlbeanspruchungen

Mit den Arbeitsschutz-Filmen „Die gute Fee“, „Der Weihnachtsmann“ und auch mit „Napo“ (alle zu finden über „Filme“) haben Interessenvertretungen in Betrieben und Dienststellen bereits viele gute Erfahrungen gemacht. Das bisweilen heikle Thema „psychische“ Gefährdungsbeurteilung lässt sich so einfach nachvollziehbar und durchaus mit Schmunzeln z. B. in Betriebs- und Personalversammlungen einbringen.

Nun gibt es neue weitere Filme, bei denen Vampire, Märchenfiguren und Superhelden weitere Beispiele dafür geben, was psychische Fehlbeanspruchungen sind (und was nicht: eben keine psychischen Erkrankungen einzelner Kollegen oder Kolleginnen). Der ebenfalls neue „Erklärfilm zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ hat ein etwas anderes Einsatzgebiet: für die Interessenvertretung selbst (auch in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber), für die Einstiegssituation der Steuerungsgruppe oder für alle im Betrieb, wenn man bereits die ersten Schritte hin zu einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung gemacht hat. Die Prozess-Schritte lassen sich also gut mit unterschiedlich vertiefenden Filmen begleiten – was oft besser wirkt als theorethische Präsentationen.


Der DGB-Index Gute Arbeit als empfohlenes Instrument für die Gefährdungsbeurteilung im Öffentlichen Dienst

In der Praxis ist der DGB-Index Gute Arbeit seit Jahren ein bewährtes Instrument, um psychische Belastungen (auch für Arbeitgeber) sichtbar zu machen und als Gefährdungen zu ermitteln. So hat dann auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einem Gutachten bestätigt, dass die Beschäftigtenbefragung mit dem DGB-Index nach einem arbeitswissenschaftlich gesicherten Verfahren erfolgt (siehe dazu: Der DGB-Index Gute Arbeit als beteiligungsorientiertes Verfahren im Prozess der Gefährdungsbeurteilung, hier S. 133).

Überdies hat nun der Ressortarbeitskreis Gesundheitsmanagement des Bundesministeriums des Innern (BMI) den DGB-Index als Analyse-Instrument für das Betriebliche Gesundheitsmanagement empfohlen. Außerdem wird die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung mit dem DGB-Index Gute Arbeit in der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg (BGV) als eines von zwei Beispielen Guter Praxis vorgestellt. Ausschlaggebend für die Wahl dieses Instrumentes sei gewesen, dass der DGB-Index durch die Trennung in eine Belastungs- und eine Beanspruchungsfrage die Arbeitssituation differenziert erfasse. Die Veröffentlichung des BMI „Rahmenkonzept zur Weiterentwicklung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in der Bundesverwaltung. Schwerpunktpapier Analyse im BGM“ kann über die diesbezügliche Themenseite des DGB herunter geladen werden (für den Download bitte ganz nach unten scrollen).

Mehr zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung mit dem DGB-Index Gute Arbeit in der Hamburger BGV: Im oben genannten Schwerpunktpapier des BMI, auf der Themenseite des DGB, außerdem:

Praxisbeispiel: Interview zur Gefährdungsbeurteilung bei der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz: "Damit wir gesund bleiben" (Verena Blix in ver.di publik, Juni 2015)

"Gefährdungsbeurteilung als Baustein der Guten Arbeit" (Peter Kulemann im Jahrbuch Gute Arbeit 2015)

Auf den Punkt gebracht zum betrieblichen Einsatz: Gute Arbeit! Wie durch den DGB-Index die Qualität der Arbeitsbedingungen im Betrieb ermittelt und verbessert wird.


Prozess der beteiligungsorientierten Gefährdungsbeurteilung grundlegend aktualisiert!

Gesetzliche und fachliche Neuerungen sowie aktuelle Praxis-Erfahrungen u. a. zum Einsatz des DGB-Index Gute Arbeit für eine gelungene Gefährdungsbeurteilung waren Grund genug, den Prozesskreis zu überarbeiten. Da die praktische Umsetzbarkeit das primäre Ziel der ver.di-Online-Handlungshilfe ist, ging es bei der Aktualisierung auch um die Ausweitung von Praxis-Tipps und „Warnhinweisen“. Eine durchgängige Ausrichtung an der zuvor präsentierten Strategie der Interessenvertretung und eine bessere Verknüpfung der Prozess-Schritte untereinander runden den neu gestalteten Prozesskreis ab.


Neu und hilfreich: ver.di-Wandzeitung zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Fehlbeanspruchungen

Mit der (kurz:) ver.di Wandzeitung psychische Fehlbeanspruchung stellt ver.di als Erste überhaupt solch ein Instrument zur Verfügung, mit dem direkt in die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen/Fehlbeanspruchungen eingestiegen werden kann. Die Wandzeitung kann aber von Betriebs- und Personalräten (oder weiteren Akteuren, wie beispielsweise Vertrauensleuten) auch dafür genutzt werden, eine vollständige Gefährdungsbeurteilung anzustoßen und durchzusetzen. Näheres zu diesen verschiedenen Einsatzmöglichkeiten erläutert die jeder Wandzeitungs-Bestellung beigefügte „Einführung in die Nutzung der ver.di-Wandzeitung psychische Fehlbeanspruchungen“, die außerdem Praxis-Tipps zum Einsatz enthält.

ver.di-Wandzeitung psychische Fehlbeanspruchungen zur Ansicht - Einführung - Bestellschein Wandzeitung Fehlbeanspruchung


Sichere Arbeitsmittel für Alle!

Die novellierte Betriebssicherheitsverordnung gilt seit 1. Juni 2015. Klarere Struktur und Definitionen, u. a. was die Arbeitsmittel selbst und was die Schutzziele anbelangt sowie eine bessere Harmonisierung der Verordnungen untereinander: So lassen sich die Neuerungen der BetrSichV auf den Punkt bringen.

Im Einzelnen finden sich allerdings Neuerungen, die für die Gefährdungsbeurteilung, die Mitbestimmung von BR wie PR und die Beteiligung der Beschäftigten wichtige Auswirkungen haben. Hervorzuheben ist zum einen die sehr deutliche Betonung, dass Gefährdungsbeurteilung und daran anschließende Unterweisung VOR der erstmaligen Verwendung eines Arbeitsmittels erfolgen müssen.

Andererseits fällt bei den Schutzzielen auf, wie klar es nun um Ergonomie, menschengerechte Gestaltung der Arbeit und Berücksichtigung auch psychischer Belastungen geht. Schutzziele sind das, was der konkrete betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz erreichen soll.

Ohne Beteiligung der Beschäftigten wird sich das nicht (wirksam) umsetzen lassen. Ob nun Erfassung der Belastungen und Gefährdungen, Entwicklung von Arbeitsschutz-Maßnahmen und deren Umsetzung: Die Beschäftigten sind die Expertinnen und Experten für die täglich von ihnen verrichtete Arbeit. So können sie auch konkret Auskunft darüber geben, ob die Verwendung der Arbeitsmittel alters- und alternsgerecht gestaltet ist (BetrSichV, § 3, Abs. 2) oder ob Arbeitstempo und Arbeitsrhythmus zu Gefährdungen führen können (BetrSichV, § 6, Abs. 1).

Mehr zu novellierten Betriebssicherheitsverordnung: Neue BetrSichV und Gefährdungsbeurteilung


Schutzfunktion der Gefährdungsanzeige

Die Gefährdungsanzeige (auch: Überlastungsanzeige) dient der Abwehr von Schäden: Für die Beschäftigten selbst, ihre KollegInnen und Kollegen sowie die von ihrer Arbeit Betroffenen. „Betroffen“ sind nicht allein KundInnen, KlientInnen und PatientInnen, sondern auch weitere Personenkreise, beispielsweise andere Verkehrsteilnehmer. Die Gefährdungsanzeige sichert gegen Schadensersatz-Ansprüche ab und dient dem Funktionieren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Sie kann eine erneute, „außerplanmäßige“ Gefährdungsbeurteilung anstoßen.

Der Artikel „Gefährdungsanzeige“ der Fachzeitschrift „Gute Arbeit“ 5/2015 des Bund-Verlages erläutert in konzentrierter Form das Wichtigste zur Vorgehensweise und nennt die zentralen Rechtsgrundlagen.

Ein Flyer der ver.di-Fachgruppe Sozial-, Kinder- und Jugendpflege liefert das Wichtigste zur Überlastungsanzeige in kurz prägnanter und praktisch einsetzbarer Form. Das Formular sowie die Prioritäten-Checkliste richten sich an die Leitungen von Tageseinrichtungen für Kinder - sind jedoch mit wenigen Anpassungen für jeden Arbeitsbereich nutzbar: Flyer Gefährdungsanzeige

Weitere Informationen sowie Materialien zur Gefährdungsanzeige finden sich hier in der Online-Handlungshilfe unter: Gefährdungsbeurteilung aktiv einsetzen, dann: Gute Arbeit und Arbeitsschutz